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Jahresbericht 2013


Bericht des Vorstands für das Jahr 2013

Seit einigen Jahren schon wird das Vereinsjahr hauptsächlich durch zwei Themen geprägt: die alljährliche HAM RADIO sowie die Tatsache, daß das Vereinsdepot gekündigt ist.

Obwohl die HAM RADIO 2013 wie immer eine außerordentliche logistische und organisatorische Herausforderung für den Verein und seine Aktiven darstellte, ist dies natürlich das weitaus angenehmere Thema. Mit den Vorbereitungen hatte der AK Grafing - ebenfalls wie jedes Jahr - bereits zum Jahresanfang begonnen. Das Ergebnis - ein liebevoll bestückter AFM-Ausstellungsstand (diesmal auch mit viel Literatur) konnte sich einmal mehr sehen lassen und zog zahlreiche Besucher an. Im AFM-Gästebuch fanden sich schließlich 313 Einträge von Besuchern aus aller Welt - etwas mehr als im Vorjahr. Viele von ihnen fanden lobende, anerkennende und ermutigende Worte. Auf ein separates Mitgliedertreffen wurde verzichtet, da dieses in den Vorjahren auf wenig Resonanz gestoßen war. Ganz offensichtlich ziehen es Mitglieder und Freunde vor, die AFM-Aktiven am Stand selbst zu treffen.

Eine weitere Veranstaltung, die vom Förderverein regelmäßig mit einem Ausstellungsstand bestückt wird und auch in 2013 wieder bestückt wurde, ist der Amateurfunkflohmarkt in Eggenfelden. Dagegen mußte aus gegebenem Anlaß auf die Teilnahme an der Amateurfunktagung in München verzichtet werden.

Hauptgrund dafür ist die Tatsache, daß die Stadt Grafing mit Schreiben vom 04.11.2013 endgültig die Räumung des Vereinsdepots in der Grundschule in Grafing bis zum 30.06.2014 gefordert hat und damit die seit November 2007 ohnehin prekäre Lage des Vereins dramatisch verschlimmert hat. Natürlich hat der Vorstand daraufhin seine Aktivitäten auf dieses Problem konzentriert und beispielsweise von der Teilnahme an der Amateurfunktagung Abstand genommen. Aus dem gleichen Grund wurde die Herausgabe der AFM-Nachrichten 2014 auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben.

Der 1. Vorsitzende hat zunächst einmal juristischen Rat eingeholt, der allerdings nur bestätigt hat, daß die Räumungsforderung selbstverständlich rechtens ist. Er hat außerdem sofort seine Bemühungen wiederaufgenommen, mit dem Bürgermeister und den Stadträten in Kontakt zu kommen. Die hatten ja in den vergangenen Jahren fraktionsübergreifend jede Anfrage und jeden Gesprächs- oder sonstigen Kommunikationswunsch mit Schweigen quittiert. Immerhin gelang es dem 1. Vorsitzenden, die Lage des Vereins und seine Position dazu im Vereinskartell Grafing und - dank der Vermittlung eines Stadtrats - in einer Bürgerversammlung in Grafing vorzutragen und damit eine gewisse Öffentlichkeit herzustellen. Insbesondere konnte der 1. Vorsitzende darlegen, daß jenseits aller juristischen Positionen die Stadt Grafing ebenso wie der frühere Vorstand bei Vertragsabschluß genau wußten (genauer: diese Tatsache sogar öffentlich feierten), daß in der Schule ein Depot eingerichtet werden würde, dessen spätere Räumung jedenfalls eine Herausforderung werden würde. Er hat vorgetragen (und ein gewisses Verständnis dafür gefunden), daß es nun unfair sei, so zu tun, als sei die Räumung des Depots alleinige Sache des Fördervereins. Bei alledem hat er davon profitieren können, daß der Verein sich in Grafing seit einiger Zeit offensiv als Grafinger Verein profiliert (Vereinskartell Grafing seit Jahren, Vereinsmesse in Grafing 2012, .). Er hat allerdings auch wahrnehmen müssen, daß Bürgermeister und Stadtrat seitens der Bürger unter erheblichem Druck stehen, in der Schule mehr Platz zu schaffen. Es kann also ausgeschlossen werden, daß die Stadt Grafing die Nutzung des Depots weiterhin auf unbestimmte Zeit duldet.

Die Wünsche des Vereins an die Stadt Grafing waren und sind folglich die Zuweisung eines anderen Quartiers sowie finanzielle und logistische Unterstützung bei Umzug der Exponate und Entsorgung von reinem Schrott. Diese Wünsche wurden sehr wohl vernommen, verhallten aber bis jetzt ohne wahrnehmbare Resonanz. Ergänzend sei erwähnt, daß in der Stadt Grafing ein Wechsel von Bürgermeister und Stadtrat bevorsteht.

Natürlich wurde auch die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern erneut angerufen. Trotz intensiven Schriftwechsels und eines ausführlichen Gesprächs scheint aber auch hier vor allem Ratlosigkeit vorzuherrschen - aktive Hilfe darf hier nach Einschätzung des Vorstands nicht erwartet werden.

Parallel dazu hat der Vorstand beschlossen, der Räumungsaufforderung Folge zu leisten und seinen Bestand an Exponaten (einschließlich Literatur) in die Kategorien Kernbestand, erhaltenswert und entbehrlich einzuteilen. Für den Kernbestand, mit dem weiter gearbeitet werden soll, soll unbedingt ein Ersatzquartier im Großraum München gefunden werden. Erhaltenswerte Stücke sollen entweder eingelagert oder an andere Institutionen und Vereine, aber auch Einzelpersonen als Dauerleihgabe gegeben werden. Entbehrliche Stücke sollen entsorgt werden. In Ermangelung von Räumlichkeiten der Gemeinde Grafing wurde und wird der vom Verein gemietete Schuppen im 2 km von Grafing entfernten Wiesham entrümpelt und für die Aufnahme wenigstens eines Teil des Kernbestands vorbereitet. Darüber hinaus wurde ein weiterer Mietvertrag mit dem gleichen Vermieter abgeschlossen, um möglichst viele Exponate des Kernbestands hier verfügbar zu haben. Vorstand, AK Grafing und Beirat sind unermüdlich dabei, die Kategorisierung vorzunehmen und Wiesham für die Aufnahme des Kernbestands vorzubereiten.

Der DARC räumt dankenswerterweise einen Teil seines Kellers in Baunatal, um erhaltenswerte Stücke zwischenzulagern. Unklar ist noch, wie diese dorthin verbracht werden können. Für den Förderverein kommt hier nur eine professionelle (also teure) Lösung in Frage. Der Distrikt Oberbayern hat ebenfalls Unterstützung zugesagt, aber zunächst nicht spezifiziert.

Ungeachtet dessen hat der Vorstand beschlossen, sich auch an der HAM RADIO 2014 zu beteiligen. Die Vorbereitungen und Planungen dazu laufen bereits. Er hat dazu wie immer einen finanziellen Zuschuß beim DARC beantragt, der inzwischen bewilligt und überwiesen wurde, was der Vorstand dankbar zur Kenntnis nimmt.

Es erscheint banal, bedarf aber doch der Hervorhebung, daß neben diesen hochbrisanten Herausforderungen auch das "normale" Vereinsleben mit allen Routinearbeiten noch weiterläuft und funktioniert. Dazu zählen beispielsweise die Beratung des Technikmuseums Berlin bei der Umgestaltung der Amateurfunk-Abteilung, die ständige Optimierung der AFM-Homepage durch den AFM-Webmaster Heinz Prange, DK8GH, die Organisation des Einsatzes im Deutschen Museum durch Alfred Fröschl, DL8FA, die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf SEPA durch den Geschäftsführer Heino Burger, DJ9AF und vieles andere mehr. Dabei quälen den Verein nach wie vor Nachwuchssorgen. Aktuell wird insbesondere dringend ein neuer Geschäftsführer gesucht.

Bekanntermaßen ist der 1. Vorsitzende des Fördervereins Amateurfunkmuseum e.V. auch zugleich seit vielen Jahren 1. Vorsitzender des Runden Tisch Amateurfunk (RTA). Die Belastung und Bedrohung des Fördervereins hält sich (anders als die des 1. Vorsitzenden persönlich) in engen Grenzen. Nach wie vor liegen Novellierung von AFuV und AFuG auf Eis und kommen nicht voran. Der nach der Bundestagswahl verordnete Zuständigkeitswechsel vom BMWi zum BMV wird vermutlich für weitere Verzögerungen sorgen. Die gute Nachricht: verglichen mit anderen Ländern klagen deutsche Funkamateure auf vergleichsweise hohem Niveau.

Die Pläne des Vorstands für die Zukunft sind einfach in Worte zu fassen, aber wohl schwierig umzusetzen:

. Sicherung des Fortbestands des Vereins (Geschäftsführer, Depot)
. Nachwuchsgewinnung

Allen Aktiven, Mitgliedern, Förderern und Freunden recht herzlichen Dank für ihr Engagement und die treue Unterstützung!!!

Für den Vorstand
24.04.2014 Dr. Christof Rohner, DL7TZ und 9V1CR, 1. Vorsitzender



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