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AFM und RTA - eine Zwischenbilanz (2)

Dr. Christof Rohner, DL7TZ und 9V1CR

Eine kleine Ausnahme gab es übrigens: für genau eine Legislaturperiode hatte ich eine Kandidatur abgelehnt, weil die Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen DARC- und damit auch RTA-Vorsitzenden mir völlig unüberbrückbar erschienen. Tatsächlich war diesem Vorsitzenden dann auch keine lange Karriere beschieden - weder im DARC noch im RTA.

Viel ist geschehen seit der Gründung des RTA, und unterm Strich liest sich alles wie eine Erfolgsgeschichte, selbst wenn uns natürlich nicht alles gelungen ist, was wir uns vorgenommen haben. Immerhin haben wir den Amateurfunk aus dem Telekommunikationsgesetz heraushalten und auch weiterhin ein eigenes Amateurfunkgesetz ertrotzen können. Die derzeit gültige Amateurfunkverordnung - wiewohl gerade im Augenblick wieder auf dem Prüfstand - ist mindestens akzeptabel zu nennen, und trotz aller Probleme, die wir mit EMVG, Störfallverordnung und anderen Rechtsvorschriften haben, ist es uns gelungen, gröbste Probleme für den Amateurfunk in Deutschland abzuwenden. Wenn wir heute - und zwar durchaus berechtigt - jammern, so tun wir dies auf ausgesprochen hohem Niveau. Wer das nicht glaubt, schaue einmal auf die gesetzlichen Bestimmungen anderer Länder.

Wie hat das aber alles die Amateurfunkgemeinde zunächst aufgeregt !!! In zahlreichen Zuschriften derjenigen, die wirklich überfordert waren zu begreifen, worum es eigentlich geht, wurden wir durchaus auch als "Totengräber des Amateurfunks" beschimpft. Die Emotionen kochten allenthalben hoch, während der RTA in Arbeit nachgerade unterging und die Dienstreisen nach Baunatal, Kassel, Bonn und Berlin sich häuften.

Auch im Förderverein Amateurfunkmuseum selbst gab es heiße Debatten, was denn wir ausgerechnet mit Amateurfunkpolitik zu tun hätten und ob das nicht herausgeworfenes Geld und Engagement sei. Den Skeptikern war anscheinend entgangen, daß es beispielsweise durchaus Bestrebungen gab, jedes sendefähige Amateurfunkgerät mi einer EMV-Abgabe zu belegen. Welche disaströsen Folgen hätte das wohl für unser Depot und damit für unseren Verein gehabt ??? Auch viele andere Verwaltungs- und gesetzliche Vorhaben, die schädlich für unseren Verein gewesen wären, haben wir vereiteln können. Nicht zuletzt schließlich hat unser Verein durch die Tatsache, daß sein 1. Vorsitzender zugleich auch seit dessen Gründung (mit der o.a. Ausnahme) stellvertretender RTA-Vorsitzender ist, einen gewaltigen Aufschwung an Bekanntheitsgrad, Beliebtheit und Kompetenzakzeptanz erfahren.